Tiefenpsychologisch fundierte Kunst- und Gestaltungstherapie

Unter tiefenpsychologisch orientierter Kunst- und Gestaltungstherapie versteht man eine Therapie mit bildnerischen Mitteln. Sie wird in ambulanten Praxen in die Therapie einbezogen.
Die Techniken und Methoden der Gestaltungstherapie eignen sich, entsprechend variiert, für Kinder und Erwachsene. Einen besonderen Schwerpunkt hat die Gestaltungstherapie im Bereich struktureller Ich-Störungen wie bei narzisstischen Persönlichkeitsentwicklungen, psychosomatischen Leiden und Borderline-Erkrankungen, in der die präverbale Beziehung und das averbale Ausdruckserleben vorrangige Bedeutung haben.
Die Gestaltungstherapie basiert auf den theoretischen Modellen der Psychoanalyse, insbesondere der Ich-Psychologie und der Objektbeziehungstheorie sowie den Erkenntnissen der Analytischen Psychologie (C. G. Jung) und der Kreativitätstheorie.
Die bildhafte Gestaltung wird grundsätzlich in Beziehung zur Therapie betrachtet. Ihr Entstehungsprozess, ihre Form und Struktur wird als Ausdrucksträger der psychischen Innenwelt des Patienten verstanden. Sie wird durch das Medium der bildhaften Gestaltung sichtbar und einer therapeutischen Bearbeitung zugänglich gemacht. Durch den gestalterischen Prozess wird ein Vorgang der seelischen Strukturierung und Selbstorganisation ermöglicht.

Die Kunst- und Gestaltungstherapie kann im Rahmen einer Verordnung für die Ergotherapie ärztlich verordnet werden, so dass die Kosten von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen getragen werden.

(Quelle: DVE, 2014)